
Die Qualität der Luft, die Kinder täglich in Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen einatmen, hat einen direkten Einfluss auf ihre Gesundheit, Konzentrationsfähigkeit und Lernleistung. Aus diesem Grund hat die europäische Initiative JARED (Joint Action on Chronic Respiratory Diseases) neue Leitlinien veröffentlicht, die darauf abzielen, die Raumluftqualität zu verbessern und das Asthmarisiko zu verringern.
Das von der Europäischen Union finanzierte JARED-Projekt verfolgt das Ziel, die EU-Mitgliedstaaten bei der Prävention, Früherkennung und wirksameren Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen zu unterstützen. Asthma gehört dabei zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern, wobei die Luftqualität ein entscheidender Faktor ist, der sowohl die Häufigkeit als auch die Schwere der Symptome beeinflusst.
Warum ist die Luftqualität in Schulen so wichtig?
Kinder verbringen einen erheblichen Teil ihrer Zeit in Innenräumen. Wenn die Luft in diesen Umgebungen Feinstaub, Schimmel, flüchtige organische Verbindungen, Allergene oder andere Schadstoffe enthält, kann dies zu Folgendem führen:
- ein erhöhtes Risiko, Atemwegserkrankungen zu entwickeln;
- häufigere Asthmaanfälle bei Kindern mit Asthma;
- Reizungen der Augen, der Nase und des Rachens;
- verringerte Konzentrationsfähigkeit und schlechtere schulische Leistungen;
- mehr krankheitsbedingte Fehlzeiten;
Eine gute Innenraumumgebung unterstützt nicht nur die Gesundheit, sondern schafft auch angenehmere Bedingungen zum Lernen und Arbeiten – zum Vorteil sowohl der Schülerinnen und Schüler als auch des Lehrpersonals.
Was empfehlen die neuen europäischen Leitlinien?
Laut den JARED-Expertinnen und -Experten können durch relativ einfache organisatorische und technische Maßnahmen deutliche Verbesserungen erreicht werden. Dazu gehören:
- regelmäßiges und wirksames Lüften von Innenräumen;
- kontinuierliche Überwachung der Kohlendioxid-(CO₂)-Werte, der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur;
- rechtzeitige Beseitigung von Feuchtigkeit und Schimmel;
- Verwendung von Reinigungsmitteln mit geringen Emissionen schädlicher Stoffe;
- Begrenzung des Eindringens von Schadstoffen aus der Außenluft durch eine geeignete Planung der Belüftung;
- regelmäßige Wartung von Lüftungs- und Klimaanlagen;
- Entwicklung von Konzepten für ein gesundes Innenraumklima in jeder Bildungseinrichtung.
Eine gemeinsame Verantwortung
Die neuen Leitlinien betonen, dass die Verbesserung der Luftqualität eine gemeinsame Verantwortung folgender Akteure ist:
- Leiterinnen und Leiter sowie Verantwortliche von Kindergärten und Schulen;
- technisches Personal und Wartungskräfte;
- Lehrkräfte;
- Fachkräfte im schulischen Gesundheitswesen;
- Eltern.
Durch fundierte Entscheidungen in Bezug auf Innen- und Außenbereiche kann die Belastung von Kindern und Mitarbeitenden durch schädliche Schadstoffe deutlich reduziert werden.
Eine Investition in die Zukunft
Die Verbesserung der Luftqualität ist nicht nur eine technische Maßnahme – sie stellt eine Investition in die Gesundheit, Entwicklung und das Wohlbefinden zukünftiger Generationen dar. Saubere Luft bedeutet gesündere Kinder, weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten, eine bessere Konzentrationsfähigkeit und eine höhere Qualität des Bildungsprozesses.
Eine zunehmende Zahl europäischer Maßnahmen und Strategien räumt der Qualität der Innenraumluft eine zentrale Bedeutung im Bereich der öffentlichen Gesundheit ein. Die JARED-Leitlinien bieten einen praktischen Rahmen, der sowohl in neuen als auch in bestehenden Bildungsgebäuden angewendet werden kann.
Weitere Informationen über das JARED-Projekt und die veröffentlichten Leitlinien finden Sie auf der offiziellen Website: Deliverable D5.1 Achieved – A review on indoor environments and children’s respiratory health - JARED
Schlüsselthemen: Luftqualität, Innenraumluft, Asthma, chronische Atemwegserkrankungen, Schulen, Kindergärten, gesundes Lernumfeld, Europäische Union, Prävention, öffentliche Gesundheit.